Eines der wichtigsten Monumente badischer geschichte

Grabkapelle Karlsruhe

Kranzschleifen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Sandra Eberle
Zum Gedenken an die Verstorbenen

Dossier: Die Grablegen

des Hauses Baden

Die Grabkapelle im Hardtwald war die letzte offizielle Familiengrablege des regierenden Hauses Baden. Doch Herrscherfamilien haben meist eine lange Tradition, wenn es um die Bestattung der Familienmitglieder geht. Wo fanden frühere Generationen des Hauses Baden ihre letzte Ruhe?

Porträt des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, der „Türkenlouis“.

Grablegen in Backnang und Kloster Lichtenthal

Die ersten Markgrafen von Baden sind in der Stiftskirche von Backnang bestattet – Judith, die Frau Hermanns II., kam von dort. Später stiftete Markgräfin Irmengard in Baden-Baden das Kloster Lichtenthal und ließ die Gebeine ihres Ehemannes Hermann V. (gest. 1243) aus Backnang ins Kloster überführen. Sie selbst wurde neben ihrem Mann bestattet. Im Kloster entstand die Fürstenkapelle, in der zwischen 1288 und 1424 Mitglieder der badischen Familie beigesetzt wurden. Sogar noch 1707 wurde ein Herz – man pflegte es separat zu bestatten – hier beigesetzt: das Herz des „Türkenlouis“.

Grabmal Bernhards III. (1474–1536) in Baden-Baden; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Sandra Eberle

Grabmal Bernhards III. in der Stiftskirche.

Stiftskirche Baden-Baden

Die Stiftskirche in der Altstadt von Baden-Baden diente später als Grablege: Bis 1793 wurden im Chor 14 Familienmitglieder begraben, unter ihnen der „Türkenlouis“ Markgraf Ludwig Wilhelm und seine Söhne. Seine Ehefrau Markgräfin Sibylla Augusta dagegen ließ sich in ihrer Schlosskirche in Rastatt beerdigen. Neben den Grabplatten im Boden entstanden in der Stiftskirche aufwendige Grabdenkmäler – mittelalterliche Liegefiguren, Grabmäler der Renaissance wie das des Markgrafen Bernhard III. (1474–1536) und das prunkvoll gestaltete Epitaph des Türkenlouis von 1752.

Schlosskirche Pforzheim

Seit der Teilung der Markgrafschaft 1535 diente der Linie Baden-Durlach die Schloss- und Stiftskirche St. Michael in Pforzheim als Grablege – sie blieb es auch nach der Wiedervereinigung 1771. Dort wurde beispielsweise der erste badische Großherzog Karl Friedrich (1728–1811) bestattet. Stéphanie de Beauharnais (1789–1860), die Ehefrau Großherzog Karls (1786–1818), ist die letzte Angehörige des Herrscherhauses, die hier begraben wurde, denn inzwischen gab es eine andere Familiengrablege: die Stadtkirche in Karlsruhe.  

Porträt des Großherzogs Karl Friedrich aus Schloss Mannheim, um 1806; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Porträt des Großherzogs Karl aus Schloss Mannheim, um 1806; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Porträt der Großherzogin Stéphanie aus Schloss Mannheim, um 1806; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Großherzog Karl Friedrich, Großherzog Karl und Stéphanie de Beauharnais. Porträts aus Schloss Mannheim, um 1806.

Die Pyramide auf dem Karlsruher Marktplatz; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Sandra Eberle

Die Pyramide: Grab und Denkmal zugleich.

Stadtkirche Karlsruhe

1816 hatte Architekt Friedrich Weinbrenner die evangelische Stadtkirche auf dem Marktplatz in Karlsruhe vollendet: Nun gab es eine Grablege in der Nachbarschaft des Schlosses. Mit dem Bau der Kirche wurde auch der Markplatz umgestaltet. Dazu musste die alte Konkordienkirche abgerissen werden, wo sich das Grab von Markgraf Karl Wilhelm befand. Der Ersatz: die heute noch zu sehende Pyramide, Grab und zugleich Denkmal des 1738 gestorbenen Stadtgründers.

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