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Eines der wichtigsten Monumente badischer geschichte

Grabkapelle Karlsruhe

Detail aus der Großherzoglichen Grabkapelle Karlsruhe; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt
Grossherzog Friedrich I. plant mit

Das Gebäude

Zuerst sollte es eine bescheidene Kapelle sein, gelegen am Ende der Lärchenallee, auf einer direkten Sichtachse zum Schloss von Karlsruhe. Doch dann wurde die Grablege der Großherzöge von Baden wesentlich größer geplant und aufwendiger gebaut. Die Grabkapelle entstand innerhalb von sieben Jahren unter der Gesamtleitung von Architekt Friedrich Hemberger.

Porträt Großherzog Friedrich I. von Baden, Ferdinand Keller, Öl auf Leinwand, 1900; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Der Auftraggeber: Großherzog Friedrich I. von Baden.

Der Wettbewerb

Großherzog Friedrich I. ließ 1888 einen Wettbewerb ausloben, um den geeigneten Architekten für die Grabkapelle zu finden. Eine neuromanische oder neugotische Kapelle über einer Gruft war gefordert – Ende des 19. Jahrhunderts zitierte man gerne mittelalterliche Formen und Ornamente. Den Auftrag erhielt der erzbischöfliche Baumeister Franz Baer aus Freiburg, der die Restaurierung zahlreicher gotischer Kirchen, unter anderem des Münsters in Salem, geleitet hatte. Sein schlichter Entwurf in neugotischen Formen traf den Geschmack des Großherzogs. Am 1. Mai 1890 fand die Grundsteinlegung für die Kapelle statt.

Die Architekten

Die Gesamtleitung des Projektes erhielt Friedrich Hemberger, Oberbaurat am Großherzoglichen Hofbauamt. Baer selbst kümmerte sich um die Ausarbeitung der bildhauerischen Details und um die korrekte Ausführung der Pläne. Doch der Architekt erkrankte bald schwer. An seine Stelle rückte Hermann Hemberger, der Sohn des Oberbaurates. Vater und Sohn hatten beide am Karlsruher Polytechnikum Architektur studiert. Bei Gestaltungsfragen mischte aber auch der Großherzog kräftig mit – immer neue Wünsche und Vorbilder brachte er ein, während der Bau schon im Entstehen war, und verursachte damit manche Schwierigkeiten. An der Ausstattung wirkten zahlreiche Karlsruher Künstler und Firmen mit.

Turm der Großherzoglichen Grabkapelle Karlsruhe; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Neugotische Formen prägen den Turm.

In den Ausmassen eine Kirche

Als die Kapelle bereits zur Hälfte errichtet war, kam es zu einschneidenden Änderungen: Großherzog Friedrich I. wünschte ein steinernes Gewölbe über dem Chor statt der geplanten Holzdecke. Um die Konstruktion für das Gewölbe unterbringen zu können, musste die Kapelle wesentlich höher gebaut werden. So vergrößerten sich auch die Fenster, die viel Licht ins Innere lassen. Zugleich erscheint das Langhaus verkürzt, da die Länge nicht mehr an die neue Höhe angeglichen werden konnte. Eine weitere Planänderung erfolgte 1892: Statt eines bescheidenen Dachreiters, wie Baer vorgesehen hatte, entstand ein 57 Meter hoher, weithin sichtbarer Turm über der Vierung. 

Großherzogliche Grabkapelle Karlsruhe, Toreingang; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg GmbH, Anja Stangl

Toreingang der Kapelle.

Die Ausführung: badische Künstler und Firmen

Die Kapelle zeugt von der hohen Leistungsfähigkeit badischer Künstler und Firmen im ausgehenden 19. Jahrhundert. Insgesamt 22 badische Firmen waren am Projekt unter der Leitung der Architekten Baer und Hemberger beteiligt. Hierzu ein paar Beispiele: Die hölzernen Türen und Tore der Kapelle stammen aus der Werkstatt Schottmüller. Die eisernen Beschläge dafür sowie das Gitter zur Gruft entwarf Hermann Götz, Direktor der renommierten Karlsruher Kunstgewerbeschule. Die Orgel baute die Durlacher Firma Voit und Söhne. Die ursprünglichen Glasfenster kamen von Eugen Börner aus Offenburg, dem Zentrum der badischen Glasmalerei. Nicht zuletzt gestaltete der Bildhauer Hermann Volz, Professor an der Kunstakademie, die drei Grabdenkmäler.

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