A significant monument in the region's history
The Sepulchral Chapel of the Grand Duchy

Thursday, 3 December 2020

The Sepulchral Chapel | Exhibitions 3. Dezember 1838: Luise von Baden wird in Berlin geboren

Großherzogin Luise von Baden, geboren am 3. Dezember 1838, ist eine der bekanntesten Personen, die in der Karlsruher Grabkapelle begraben liegen. Die gebürtige Prinzessin von Preußen prägte ihre neue badische Heimat auf vielerlei Weise. So gründete sie den ersten Badischen Frauenverein, einen Vorläufer des Roten Kreuzes und versuchte, die soziale Not unter der wachsenden Arbeiterklasse zu lindern. Als starke Fürstin erwarb sich Luise von Baden damals Respekt und Verehrung, was bis heute nachhallt.

KINDHEIT IN BERLIN UND KOBLENZ

Am 3. Dezember 1838 erblickte Luise Prinzessin von Preußen in Berlin das Licht der Welt. Sie war die einzige Tochter von Prinz Wilhelm von Preußen, dem späteren Kaiser Wilhelm I. (1797–1888), und seiner Frau Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811–1890). Luise von Preußen wurde privat unterrichtet: Auf dem Lehrplan standen Geisteswissenschaften und „fürstliche Tugenden“. Auch die Besuche in Waisen- und Krankenhäusern gehörten dazu. Mit 18 Jahren, am 20. September 1856, heiratete sie Prinzregent Friedrich von Baden (1826–1907), wenige Tage nach seiner Proklamation zum Großherzog von Baden. Drei Kinder gingen aus dieser langen Ehe hervor.

 

SOZIALES ENGAGEMENT DER JUNGEN LANDESMUTTER 

Bereits als junge Großherzogin engagierte sich Luise in sozialen Projekten. Es war die Zeit der industriellen Revolution, die Wirtschaft wuchs auch in Baden, große Fabriken entstanden. Für eine Landesherrin lag das fürsorgliche Engagement in Fragen der sozialen Not nahe. Im Jahr 1859 gründete sie in Karlsruhe den ersten Badischen Frauenverein, der Vorläufer der Rotkreuz-Schwesternschaft. Der Frauenverein war federführend bei Kursen und Schulungen in der Hauswirtschaft. 1886 wurde in Pforzheim eine erste „Haushaltungsschule“ eingerichtet. Ihr stetiger Einsatz verschaffte ihr Respekt, ja Verehrung in der Bevölkerung. Bis heute erinnern Kränze und Blumen in der Karlsruher Grabkapelle daran: Die von ihr begründeten Initiativen gedenken regelmäßig der Großherzogin.

 

PERSÖNLICHES LEID, TOD UND TRAUER

1888 erlitt das Fürstenpaar schwere persönliche Verluste: Innerhalb kurzer Zeit starben Luises Vater, Kaiser Wilhelm I., und ihr Bruder, Kaiser Friedrich III. Noch schwerer dürfte sie allerdings der unerwartete Tod ihres jüngsten Sohnes Ludwig Wilhelm getroffen haben. Die Trauer verarbeitete das großherzogliche Paar auf eine sehr persönliche Weise: Sie ließen eine eigene Grabkapelle errichten. Luise, in Berlin aufgewachsen, kannte das Mausoleum der preußischen Königin Luise im Schlosspark Charlottenburg, das 1810 nach deren Tod errichtet worden war. Der Bildhauer Christian Daniel Rauch hatte dafür das lebendig wirkende Grabmal der jungen Königin geschaffen. Daran orientierte sich sein badischer Kollege Hermann Volz, als er die Grabmäler in der neu errichteten Großherzoglichen Grabkapelle im Karlsruher Hardtwald gestaltete.

 

DIE LETZTEN JAHRE DER GROSSHERZOGIN

Das Ende des Ersten Weltkriegs brachte auch das Ende der Monarchie. Großherzog Friedrich II., Luises ältester Sohn, dankte ab. Die inzwischen verwitwete Großherzogin floh im November 1918 auf die Burg Zwingenberg am Neckar. Nach mehreren Zwischenstationen bezog sie 1919 schließlich ihren letzten Wohnsitz: Schloss Baden-Baden. Dort starb sie 1923, im Alter von 84 Jahren. Ihr Leichnam wurde neben ihrem 1907 verstorbenen Gemahl, Friedrich I. in der Gruft der Karlsruher Grabkapelle beigesetzt. In der Kapelle erinnern heute die beeindruckenden Marmordenkmale mit den Liegeskulpturen an das Stifterehepaar Friedrich und Luise. Der Bildhauer Hermann Volz zeigt das Paar schlafend – wie das Vorbild in Charlottenburg.

 

SERVICE

Die Großherzogliche Grabkapelle Karlsruhe ist wie alle Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg und Kultureinrichtungen nach der aktuellen Corona-Verordnung des Landes bis mindestens 20. Dezember geschlossen.

 

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