Grabmal der Großherzogin Luise von Baden in der Großherzoglichen Grabkapelle Karlsruhe

Die entschlossene Helferin

Luise von Baden

Eine Prinzessin aus berühmter Familie auf dem badischen Thron: Ein Treffen in Baden-Baden bestimmte den Lebensweg der Luise von Preußen (1838–1923) ebenso wie das Vorbild ihrer wohltätigen Mutter.

Büste Kaiser Wilhelms I. in Baden-Baden

Büste Kaiser Wilhelms I. in Baden-Baden.

Wer war Großherzogin Luise?

Luise stammte aus dem Haus Hohenzollern – die Tochter des preußischen Königs und des ersten deutschen Kaisers Wilhelm I. (1797–1888). Aufgewachsen war sie in Berlin und Koblenz. Das Leben der Familie war eng mit der vielbesuchten Kurstadt Baden-Baden verbunden: Wilhelm und seine Frau Augusta hielten sich hier gerne auf. Bei einem der Besuche lernte Luise Friedrich von Baden kennen. Baden-Baden war auch der Ort, an dem 1861 das erste von vier Attentaten auf ihren Vater stattfand – und wo sie selbst 1923 starb.

Friedrich und Luise – was waren sie für ein Paar?

Friedrich und Luise heirateten 1856. Während die Ehe ihrer preußischen Eltern wohl wenig glücklich war, verstand sich Luise mit Friedrich gut. Drei Kinder gingen aus der Ehe hervor: Friedrich, der später der letzte badische Großherzog wurde, als Jüngster der 1888 verstorbene Ludwig Wilhelm und Prinzessin Viktoria. Sie heiratete Gustav von Schweden aus dem Haus Bernadotte – und ist damit die Ur-Urgroßmutter der heutigen schwedischen Kronprinzessin Victoria.

Friedrich I. und Luise in Baden-Baden. Fotografie von Jungmann & Schorn, 1906

Luise und Friedrich I. 1906 in Baden-Baden.

1888 war ein Schicksalsjahr für Luise – warum?

Drei Kaiser gab es 1888 – und drei Todesfälle in Luises Familie. Ende Februar waren Friedrich und Luise auf dem Weg nach Südfrankreich, als sie von der Krankheit ihres Sohnes Ludwig Wilhelm hörten. Eine Lawine nahe Luzern hinderte sie, noch rechtzeitig vor seinem Tod bei ihm in Freiburg zu sein. Nur zwei Wochen später: der Tod von Luises Vater Kaiser Wilhelm I. Dann kam der 99-Tage-Kaiser an die Macht – Luises krebskranker Bruder Friedrich III. Nach seinem Tod wurde sein Sohn der letzte deutsche Kaiser.

Porträt der Großherzogin Luise Marie Elisabeth von Baden

Großherzogin Luise Marie Elisabeth von Baden.

Wodurch zeichnete sich Luise besonders aus?

Geachtet wurde die Großherzogin für ihr soziales Engagement, wie es auch ihre Mutter, Kaiserin Augusta, an den Tag legte. Zur Förderung der Krankenpflege gründete Luise 1859 den ersten badischen Frauenverein, 1864 trat Baden als erster Staat der Genfer Konvention bei – zur Verbesserung der Situation verwundeter Soldaten. Der badische Frauenverein wurde zwei Jahre später als Landesverein des internationalen Roten Kreuzes anerkannt. Auch wenn ihr Frauenbild konservativ blieb: Luises entschlossenes Handeln hat in Baden viel bewegt.

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