Grabmäler von Großherzog Friedrich I. und seine Gemahlin Luise in der Großherzoglichen Grabkapelle Karlsruhe

Erfolg im Kaiserreich

Hermann Volz

Die wertvollen Grabdenkmäler von Ludwig Wilhelm, Friedrich I. und Luise in der Großherzoglichen Grabkapelle Karlsruhe schuf der Bildhauer Hermann Volz (1847–1941), einer der bedeutendsten Schöpfer badischer Denkmäler im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Porträt Hermann Volz /Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 1643

Hermann Volz /Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 1643.

Warum bekam gerade Hermann Volz den Auftrag für die Grabdenkmäler?

Volz hatte zum damaligen Zeitpunkt schon einige Schaffensjahre hinter sich. Er war Professor an der Karlsruher Kunstschule – seit 1892 hieß sie „Akademie der Bildenden Künste “ – und beherrschte sowohl die Arbeit in Stein als auch in Bronze. Für den badischen Hof hatte er bereits zwei Büsten von Großherzogin Luise und Prinz Ludwig Wilhelm geschaffen. Die Ausführung für das Grabdenkmal zum Gedenken an den geliebten Sohn in seine Hände zu geben, war also naheliegend.

Wie erklärt sich der große Erfolg des Bildhauers?

Volz verstand es außerordentlich gut, Personen wiederzugeben – das zeigt sich besonders bei den Marmorfiguren in der Grabkapelle, die bis heute durch ihre Intimität berühren. Zudem hatte er sich auf ein im 19. Jahrhundert sehr gefragtes Thema spezialisiert: das Denkmal. Nach dem Tod Wilhelms I. 1888 entstanden überall Reiterstandbilder des verstorbenen Kaisers.

Denkmal des Markgrafen Wilhelm von Hermann Volz, 1901, in Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße

Dieses Denkmal schuf Hermann Volz 1901.

Was hat Volz noch geschaffen?

Volz arbeitete über die Grenzen Karlsruhes und Badens hinaus. In ganz Deutschland stellte man seine Kaiserdenkmäler auf. Beim Wettbewerb für das Reiterdenkmal Wilhelms I. in Karlsruhe gewann er den ersten Preis, ausgeführt wurde es aber schließlich von Adolf Heer. Erhalten haben sich in Karlsruhe unter anderem seine Denkmäler für Markgraf Wilhelm von Baden (1829–1897), für den Dichter Joseph Victor von Scheffel (1826–1886) und den wohltätigen Unternehmer Christoph Friedrich Lidell (1720–1793).

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