Eines der wichtigsten Monumente badischer geschichte

Grabkapelle Karlsruhe

Zum Gedenken an die Verstorbenen

Dossier: Die Grablegen

des Hauses Baden

Die Grabkapelle im Hardtwald war die letzte offizielle Familiengrablege des regierenden Hauses Baden. Doch Familiengrablegen haben meist eine lange Tradition. Wo fanden frühere Generationen der Familie ihre letzte Ruhe?

Porträt des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Ludwig Wilhelm von Baden-Baden.

Frühe Grablegen

Die ersten Markgrafen von Baden sind in der Stiftskirche von Backnang bestattet – Judith, die Frau Hermanns II., kam von dort. In Baden-Baden stiftete Markgräfin Irmengard später das Kloster Lichtenthal und überführte die Gebeine ihres Ehemannes Hermann V. (gest. 1243) aus Backnang hierher. Später entstand für Bestattungen im Kloster die Fürstenkapelle. Sie wurde bis 1372 genutzt. Doch noch 1707 wurde ein Herz – man pflegte es separat zu bestatten – hier beigesetzt: das Herz des „Türkenlouis“.

Grabmal Bernhards III. (1474–1536) in Baden-Baden; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Sandra Eberle

Grabmal Bernhards III. (1474–1536) in Baden-Baden.

Stiftskirche Baden-Baden

Die Stiftskirche in der Altstadt von Baden-Baden diente später als Grablege: Bis 1793 wurden im Chor 14 Personen begraben – unter ihnen der „Türkenlouis“ Markgraf Ludwig Wilhelm und seine Söhne. Seine Ehefrau Sibylla Augusta dagegen ließ sich in ihrer Schlosskirche in Rastatt beerdigen. Neben den Grabplatten im Boden entstanden aufwendige Grabdenkmäler – mittelalterliche Liegefiguren, Grabmäler der Renaissance und das üppige Epitaph des Türkenlouis von 1752.

Schlosskirche Pforzheim

Der Linie Baden-Durlach diente seit der Teilung der Markgrafschaft 1535 die Schloss- und Stiftskirche St. Michael in Pforzheim als Grablege – sie blieb es auch nach der Wiedervereinigung 1771. Dort liegen der erste Großherzog Karl Friedrich (1728–1811) ebenso wie Stéphanie de Beauharnais (1789–1860). Eigentlich gab es in ihrem Todesjahr längst eine andere Familiengrablege, die Stadtkirche in Karlsruhe. Doch man bestattete die Französin am selben Ort wie ihren Ehemann Großherzog Karl (1786–1818).  

Großherzog Karl Friedrich, Großherzog Karl und Stéphanie de Beauharnais. Porträts aus Schloss Mannheim, um 1806.

Die Pyramide auf dem Karlsruher Marktplatz; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Sandra Eberle

Die Pyramide: Grab und Denkmal zugleich.

Stadtkirche Karlsruhe

1816 hatte Architekt Friedrich Weinbrenner die evangelische Stadtkirche auf dem Marktplatz in Karlsruhe vollendet: Nun gab es eine Grablege in der Nachbarschaft des Schlosses. Mit dem Bau der Kirche wurde auch der Markplatz umgestaltet. Dazu musste die alte Konkordienkirche abgerissen werden, wo sich das Grab von Markgraf Karl Wilhelm befand. Der Ersatz: die heute noch zu sehende Pyramide, Grab und zugleich Denkmal des 1738 gestorbenen Stadtgründers.

TIPP

Trauerrituale sind ein Teil des Lebens –  bei unserer Sonderführung „Versteckt im Walde“ wird das auch Kindern und Jugendlichen ab 10 Jahren vermittelt. Die interessante Zeitreise geht zurück bis zu den Ägyptern.