Eines der wichtigsten Monumente badischer geschichte

Grabkapelle Karlsruhe

Die Frage nach der Ursache

Der unerwartete

Tod des Prinzen

Der frühe Tod Prinz Ludwig Wilhelms von Baden mit noch nicht einmal 23 Jahren ging auf eine „kurze Krankheit“ zurück – so jedenfalls stand es in den offiziellen Todesanzeigen und Zeitungsmeldungen. Gerüchte sagten etwas anderes.

Todesmeldung in Freiburg

„Im vorigen Semester bezog Prinz Ludwig, der, nachdem er volljährig geworden, seinen Sitz in der Ersten Kammer eingenommen, die hiesige [Freiburger] Hochschule und erwarb sich in kürzester Zeit durch seinen höchst leutseligen Umgang die Liebe und Verehrung unserer Einwohnerschaft. Vor wenigen Tagen befiel den bisher blühend gesunden Prinzen eine Lungenentzündung, die leider dem jungen, theuren Leben ein frühes Ende bereiten sollte.“

Todesmeldung der Freiburger Zeitung, 24. Februar 1888

Ein Duell?

Der Schriftsteller Wolf Graf von Baudissin berichtete 1909 in seinen Erinnerungen vom Tod des Prinzen. Baudissin war damals Mitglied des Infanterieregiments in Freiburg gewesen, wo der Prinz an der Universität studierte. „Wenn wir draußen auf dem Platz herum exerzierten, erschien sehr häufig als Zuschauer der junge Prinz Ludwig von Baden […]. Er war ein großer, schlanker, auffallend hübscher und selten liebenswürdiger Mensch [...]. Eines Tages war er an Lungenentzündung gestorben. Ganz plötzlich, allen unerwartet.

 

Vor zwei Tagen hatte ich ihn noch auf der Straße gesehen […] Sein Tod stimmte uns alle aufrichtig traurig, wir waren wirklich erschüttert. […] Wir Fähnriche aßen des Mittags regelmäßig im Kasino mit den Offizieren zusammen. Der Tod des Prinzen Ludwig bildete natürlich auch am nächsten Tage noch das ausschließliche Gesprächsthema, und wenn man sich auch in unserer Gegenwart in acht nahm, […], plötzlich wussten wir es doch: Der Prinz war gar nicht eines natürlichen Todes gestorben, sondern im Duell gefallen.

 

Ich bin ehrenwörtlich verpflichtet, den Namen seines Gegners nicht zu nennen. Aber auch ohnedem weiß ja heute alle Welt, wer dem lebenslustigen und lebensfrohen Prinzen mit der Waffe in der Hand gegenübertrat, um von ihm Rechenschaft zu fordern für die Ehre, die er seiner Schwester geraubt.“

 

Aus meiner Dienstzeit. Militärische Erinnerungen von Freiherrn von Schlicht [Pseudonym des Wolf Graf von Baudissin], in: Kieler Neueste Nachrichten, 6. Januar 1909

Französisches Duell, Zeichnung von 1874.