Eines der wichtigsten Monumente badischer geschichte

Grabkapelle Karlsruhe

Der Erinnerung gewidmet

Der Kapellenraum

Hellroter Sandstein, weißer Marmor, schwarzer Labradorstein und Holz: Unterschiedliche Materialien wurden in der Grabkapelle von Karlsruhe verarbeitet. Künstlerischer Höhepunkt des Raumes sind die drei Grabdenkmäler von Hermann Volz.

Ansicht des Altars im Chor der Großherzoglichen Grabkapelle Karlsruhe; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Helene Seifert

Altar im Chor der Grabkapelle.

Festlicher Innenraum

Im Innern geht es festlich zu: In den Terrazzoboden sind Bibelzitate eingelassen. Die oberen Säulen der Langhauswände bestehen aus schwarzem, glänzend poliertem Labradorstein mit hellen Kapitellen. Denselben prägnanten Farbklang wählte man auch für den Altar, der auf Wunsch des Großherzogs nach italienischen Vorbildern gestaltetet wurde. Ungewöhnlich rustikal sind die hölzernen Gewölbe mit ihren eigenwillig gestalteten Gurtbögen – ein Bau, in dem viele unterschiedliche Elemente vereint sind.

Ansicht des Grabmals Prinz Ludwig Wilhelm in der Großherzoglichen Grabkapelle Karlsruhe; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Detail aus dem Grabmal Prinz Ludwig Wilhelm.

Der Prinz aus Marmor

Prinz Ludwig Wilhelm, dessen Tod Anlass für den Bau der Kapelle gab, hat der Bildhauer Hermann Volz in einer eindrucksvollen liegenden Marmorfigur wiedergegeben. Der jung Verstorbene war Leutnant des badischen Infanterie-Regiments – Überrock, Militärmantel  und Säbel weisen darauf hin. In den Händen hält er einen blühenden Rosenzweig. Still und friedlich, als ob er schlafe, liegt der Prinz auf seiner mit kunstvoll drapierten Stoffen bedeckten Ruhestatt. Am Kopfende trägt das steinerne Tuch das fein eingearbeitete, bekrönte Wappen Badens.

Berühmtes Vorbild

Volz hatte ein berühmtes Vorbild: Das Grabmal der Königin Luise von Preußen. Der Bildhauer Christian Daniel Rauch hatte es 1814 für das Mausoleum von Schloss Charlottenburg bei Berlin geschaffen. Dass man sich an den preußischen Königen orientierte, war kein Wunder, denn Großherzogin Luise von Baden war eine Preußin. Die 1810 jung verstorbene, viel verehrte Königin Luise war ihre Großmutter gewesen, ihre Eltern waren Kaiser Wilhelm I. und seine Frau Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach.

Die Eltern des Prinzen

Die Grabdenkmäler für Großherzog Friedrich I. (1826-1907) und Großherzogin Luise (1838-1923) schuf Hermann Volz nach demselben Typus. Auf dem Sockel des Denkmals für Luise ist das Allianzwappen von Baden und Preußen eingemeißelt, auf der gegenüber liegenden Seite das Rote Kreuz im Lorbeerkranz – Luise hatte die Rot-Kreuz-Schwesternschaft in Baden gegründet. Mehr als dreihundert erhaltene Kranzschleifen zeugen von den Bestattungen und Kranzniederlegungen, die in der Kapelle stattfanden.

Die Grabdenkmäler von Großherzog Friedrich I. und Luise von Hermann Volz.

TIPP

Im Chor schmückt ein plastischer Fries mit stilisiertem Laubwerk die Wände. Daneben sind Eidechsen zu sehen.