Eines der wichtigsten Monumente badischer geschichte

Grabkapelle Karlsruhe

Das Untergeschoss der Kapelle

Die Gruft

Einst waren hier 18 Mitglieder des badischen Hauses bestattet, heute sind es noch 17 – darunter alle badischen Großherzöge seit 1830. Nach der Zerstörung der Karlsruher Stadtkirche im Zweiten Weltkrieg hatte man weitere Familienmitglieder in das Untergeschoss der Kapelle überführt.

Innenansicht der Großherzoglichen Grabkapelle Karlsruhe; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Imposante Raumaufteilung.

Die Gestalt der Gruft

Um den zentralen Raum mit prägnanter Mittelsäule gruppieren sich einzelne Nischen, in denen die Särge stehen. Unterhalb des Gewölbes zieren Engelsköpfe die Ecken des Raums.  Teils schlafend, teils wach, weisen sie auf das bevorstehende Paradies. Die Kapitelle der Säulen sind mit stilisierten Pflanzenmotiven geschmückt, unter ihnen Mohnkapseln – traditionelle Symbole für Träume, Schlaf und Tod. Anders als im Chor der Kapelle haben sich im Untergeschoss die originalen Buntglasfenster mit Pflanzenmotiven erhalten.

Ansicht von Kloster und Schloss Salem; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Kloster und Schloss Salem.

Erste Bestattungen

Bereits am Tag nach der Weihe der Kapelle Ende Juni 1896 wurde der Sarg von Prinz Ludwig Wilhelm aus der evangelischen Stadtkirche in die neue Gruft überführt. Im darauffolgenden April starb sein Onkel Markgraf Wilhelm (1829–1897). Er war der Vater des letzten Kanzlers des Kaiserreiches, Prinz Max von Baden, und begründete den Zweig der Familie von Baden, der noch heute in Salem lebt. Wilhelms Sarg ist heute leer: Der Leichnam wurde 1953 nach Schloss Salem gebracht.

Die Überführung der Särge

Nachdem die Stadtkirche am Marktplatz im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, brachte man 1946 die Särge verschiedener Familienmitglieder in die Grabkapelle im Hardtwald. Seither ruhen hier die letzten fünf von insgesamt sieben badischen Großherzögen und ihre Ehefrauen: Die Reihe beginnt bei Ludwig I., es folgen Leopold und seine Ehefrau Sophie sowie ihr Sohn Ludwig II., dann Friedrich I. und Luise sowie Friedrich II. und Hilda. Weitere, nicht regierende Familienmitglieder sind ebenfalls hier bestattet.

Sarg von Prinz Ludwig Wilhelm August von Baden in der Großherzoglichen Grabkapelle Karlsruhe; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Helene Seifert

Sarg des Prinzen Ludwig Wilhelm August von Baden.

Die Särge in der Gruft

Besonders ergreifend ist ein kleiner, fragiler Kindersarg: Er gehört Prinzessin Henriette von Baden, die bereits 1834, im Jahr nach ihrer Geburt, starb. Alle Särge sind mit violettem Samt und Goldborten bezogen, vergoldete Bronzebeschläge mit Greifenköpfen dienen als Griffe. Eine versilberte Schriftplatte nennt den Namen des Verstorbenen.